Websites ins Englische übersetzen: Navigation, Formulare und Nutzerführung
Die Leistungsbeschreibung ist auf Englisch verfügbar, doch beim Absenden einer Anfrage erscheint plötzlich „Bitte füllen Sie dieses Pflichtfeld aus“. Solche Sprachwechsel unterbrechen die Nutzerführung genau dort, wo Besucher handeln möchten. Wer eine Website ins Englische übersetzen lässt, sollte deshalb den gesamten Weg durch die Seite betrachten: vom ersten Menüpunkt über das Formular bis zur Bestätigung nach dem Absenden. Gerade kurze Hinweise entscheiden darüber, ob der nächste Schritt verständlich ist.
Welche Inhalte zur englischen Website gehören
Fließtexte auf der Startseite und den Leistungsseiten bilden nur einen Teil des Übersetzungsumfangs. Viele weitere Texte stecken in Vorlagen, Erweiterungen oder Einstellungen des Redaktionssystems. Manche werden erst nach einem Klick oder einer fehlerhaften Eingabe sichtbar.
Eine vollständige Bestandsaufnahme sollte folgende Inhalte erfassen:
- Navigation: Hauptmenü, Untermenüs, Fußzeile und Orientierungspfad zur aktuellen Seite.
- Schaltflächen und Links: Kontaktaufnahme, Downloads, Anmeldung sowie Vorwärts- und Zurückschritte.
- Formulare: Feldbezeichnungen, Auswahlmöglichkeiten, Pflichtfeldhinweise und Erläuterungen.
- Rückmeldungen: Fehlermeldungen, Versandbestätigungen, Ladehinweise und leere Suchergebnisse.
- Ergänzende Inhalte: Bildbeschreibungen, Texte in Grafiken, Dokumente und eingebundene Videos.
- Seitentitel und Beschreibungen: Texte für Browserregister und Suchergebnisse.
- Weitere Dialoge: Cookie-Einstellungen, Datenschutzinformationen und automatische E-Mails.
Prüfen Sie insbesondere eingebundene Kontakt-, Buchungs- oder Newsletter-Systeme. Deren Texte müssen häufig an einer anderen Stelle bearbeitet werden als die eigentlichen Seiteninhalte.
Website-Lokalisierung Englisch: Zielgruppe und Sprachvariante festlegen
Vor der Übersetzung sollte feststehen, wen die englische Version erreichen soll. Eine Website für britische Kunden kann andere Begriffe benötigen als eine Website für den US-amerikanischen Markt. Für ein internationales Publikum empfiehlt sich eine klare Sprache mit möglichst wenigen regionalen Redewendungen.
Die gewählte Sprachvariante beeinflusst auch kurze Oberflächentexte. Für „Postleitzahl“ ist im britischen Englisch „Postcode“ üblich, im amerikanischen Englisch „ZIP code“. Bei internationalen Formularen kann eine umfassendere Bezeichnung sinnvoll sein.
Legen Sie außerdem fest, welche Leistungen, Dokumente und Kontaktwege in der englischen Version angeboten werden. Die Übersetzung muss zu dem passen, was Besucher tatsächlich nutzen können. Ein englischer Download-Link sollte beispielsweise erkennen lassen, wenn das verlinkte Dokument ausschließlich auf Deutsch vorliegt.
Menüs und Schaltflächen nach ihrer Funktion übersetzen
Navigationstexte müssen schnell erfassbar sein. „Leistungen“ lässt sich bei einem Dienstleistungsunternehmen häufig mit „Services“ wiedergeben. Ein Menüpunkt „Über uns“ kann als „About us“ erscheinen. Entscheidend ist, dass die Bezeichnung den Inhalt der Zielseite treffend ankündigt.
Bei Schaltflächen hilft eine konkrete Handlung. „Angebot anfordern“ wird etwa zu „Request a quote“, wenn der Klick eine Angebotsanfrage einleitet. Führt die Schaltfläche zunächst zu einer Leistungsbeschreibung, braucht sie eine andere Beschriftung.
Auch die Terminologie sollte durchgängig sein. Wenn eine Leistung im Menü einen bestimmten Namen trägt, sollte dieser auf der Zielseite, im Formular und in der Bestätigung wiedererkennbar bleiben. Eine kleine Begriffsliste erleichtert diese Abstimmung.
Deutsche und englische Beispiele im Überblick
Die folgenden Beispiele orientieren sich am britischen Englisch. Sie dienen als Ausgangspunkt; die endgültige Formulierung hängt vom jeweiligen Ablauf ab.
| Einsatz | Deutscher Text | Englische Fassung |
|---|---|---|
| Hauptnavigation | Startseite | Home |
| Leistungsübersicht | Leistungen | Services |
| Unternehmensseite | Über uns | About us |
| Kontaktaufnahme | Angebot anfordern | Request a quote |
| Formularfeld | Ihre E-Mail-Adresse | Your email address |
| Pflichtfeldhinweis | Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. | Fields marked with * are required. |
| Dateiauswahl | Datei auswählen | Choose file |
| Formularschaltfläche | Anfrage senden | Send enquiry |
| Eingabefehler | Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein. | Please enter a valid email address. |
| Upload-Hinweis | Bitte laden Sie eine PDF-Datei hoch. | Please upload a PDF file. |
| Versandbestätigung | Ihre Anfrage wurde gesendet. | Your enquiry has been sent. |
| Suche | Keine Ergebnisse gefunden. | No results found. |
Der Upload-Hinweis passt beispielsweise nur zu einem Formular, das tatsächlich PDF-Dateien verlangt. Solche Vorgaben sollten vor der Übersetzung geprüft werden.
Formulare: Eingaben erklären und Rückmeldungen verständlich machen
Ein gutes Formular beantwortet drei Fragen: Welche Angaben werden benötigt? In welchem Format sollen sie eingegeben werden? Was passiert nach dem Absenden?
Feldbezeichnungen und Hinweise
Übersetzen Sie Feldbezeichnungen gemeinsam mit den zugehörigen Erläuterungen. Ein Hinweis zur Telefonnummer sollte beispielsweise deutlich machen, ob eine internationale Vorwahl benötigt wird. Bei Datei-Uploads gehören zulässige Formate und die tatsächliche Größenbegrenzung zum Übersetzungsauftrag.
Verwenden Sie dauerhaft sichtbare Beschriftungen. Ein Beispieltext innerhalb eines Eingabefeldes kann ergänzend helfen, verschwindet aber beim Tippen. Die Bedeutung des Feldes sollte weiterhin erkennbar bleiben.
Prüfen Sie auch die Eingaberegeln. Ein international ausgerichtetes Formular sollte zu den Adressen, Telefonnummern und Namen der vorgesehenen Zielgruppe passen. Die englische Beschriftung allein löst Einschränkungen der Formulartechnik nicht.
Fehler und erfolgreiche Übermittlung
Eine Fehlermeldung sollte das betroffene Feld benennen und erklären, wie sich die Eingabe korrigieren lässt. Die W3C-Empfehlungen zu Rückmeldungen in Formularen betonen klare, kurze Meldungen mit verständlichen Korrekturhinweisen sowie eindeutige Bestätigungen erfolgreicher Vorgänge.
Ordnen Sie Meldungen dem jeweiligen Feld zu und prüfen Sie auch ihre Ausgabe durch Vorlesesoftware. Nach erfolgreichem Versand sollte eine Bestätigung erscheinen, die zum tatsächlichen Ergebnis passt. „Ihre Anfrage wurde gesendet“ bestätigt die Übermittlung; zusätzliche Aussagen über Antwortzeiten sollten nur aufgenommen werden, wenn sie verlässlich eingehalten werden können.
Sprachwechsel und Darstellung mitdenken
Platzieren Sie die Sprachauswahl gut auffindbar und beschriften Sie die verfügbaren Sprachen eindeutig. Sprachbezeichnungen wie „Deutsch“ und „English“ sind dafür hilfreich, weil Flaggen jeweils ein Land darstellen.
Beim Sprachwechsel sollte möglichst die entsprechende Seite geöffnet werden. Wer gerade eine bestimmte Leistung betrachtet, sollte diese auch in der anderen Sprache wiederfinden. Fehlt eine Übersetzung, braucht es einen verständlichen Hinweis und einen passenden nächsten Schritt.
Zur Website-Lokalisierung gehören außerdem Datums-, Zahlen- und Zeitangaben. Ein ausgeschriebener Monat kann bei internationalen Terminen Missverständnisse vermeiden. Stimmen Sie sichtbare Beispiele, Eingabehinweise und tatsächlich akzeptierte Formate aufeinander ab.
Prüfen Sie schließlich das Layout auf kleinen Bildschirmen. Übersetzte Menüeinträge und Schaltflächen können unterschiedlich viel Platz benötigen. Texte sollten vollständig lesbar bleiben.
Den Übersetzungsauftrag vorbereiten und die Website prüfen
Für eine präzise Übersetzung braucht es Kontext. Einzelne Wörter wie „Weiter“, „Öffnen“ oder „Anfrage“ lassen sich besser beurteilen, wenn Zielseite und Funktion bekannt sind.
Ein praktikabler Ablauf umfasst vier Schritte:
- Texte vollständig sammeln: Seiteninhalte, Oberflächentexte, Meldungen und automatische E-Mails erfassen.
- Kontext bereitstellen: Bildschirmaufnahmen, Seitenzuordnung und Beschreibung der jeweiligen Handlung ergänzen.
- Begriffe abstimmen: Sprachvariante, Tonalität und wiederkehrende Bezeichnungen festlegen.
- Im eingebauten Zustand prüfen: Navigation, Darstellung, Formulare und Rückmeldungen auf der tatsächlichen Website testen.
Gehen Sie dabei einen vollständigen Kontaktweg durch: Leistung finden, Anfrage öffnen, Angaben eingeben, einen Fehler auslösen, korrigieren und absenden. Prüfen Sie anschließend auch die Bestätigung und gegebenenfalls die automatische E-Mail.
Planen Sie die englische Version zudem bei späteren Änderungen mit ein. Neue Formularfelder, geänderte Leistungen und zusätzliche Hinweise sollten zusammen mit ihren Übersetzungen veröffentlicht werden. So bleibt die Nutzerführung auch nach der ersten Übersetzung verständlich und konsistent.